Legionellenbildung in Wasserleitungen
Legionellenbildung in Wasserleitungen
Der Sommerurlaub steht an - Sie planen für einige Wochen in den Urlaub zu fahren. Doch was bedeutet das hinsichtlich einer möglichen Bildung von Legionellen in den Wasserleitungen Ihres Zuhauses? Sollte ein Nachbar die Leitungen während Ihrer Abwesenheit spülen oder was wird empfohlen?
Antwort
Generell steht ein erhöhtes Risiko für das Wachstum von Legionellen in Abhängigkeit von bestimmungsgemässer Planung, Ausführung und des bestimmungsgemässen Betriebs der Gebäude-Trinkwasserinstallation. Ein mehrwöchiger Stillstand ohne Nutzung stellt einen Unterbruch des bestimmungsgemässen Betriebszustands dar. Für die Zeit der Abwesenheit (z.B. mehrere Wochen) kann sich unter bestimmten Umständen das Risiko einer Legionellenvermehrung im Hauswassersystem erhöhen.
Insbesondere im Sommer, wenn Umgebungstemperaturen und auch die Temperatur des kalten Trinkwassers ansteigen können. Aber auch, wenn technische Fehler hinsichtlich der Ausführung vorliegen (unzureichende Dämmung, Wärmeüberträge etc.). Legionellen vermehren sich bevorzugt bei Temperaturen zwischen 25 °C und 50 °C. Stagnierendes Wasser, also wenn Leitungen längere Zeit nicht benutzt werden, stellt einen zusätzlichen Risikofaktor dar.
Was empfehlen wir konkret?
Vor dem Urlaub:
Alle Leitungen gründlich durchspülen: Lassen Sie sämtliche Entnahmestellen (Duschen, Wasserhähne – auch im Keller, Garten usw.) 2-3 Minuten laufen, bis das Wasser deutlich warm bzw. kalt kommt. So wird stehendes Wasser in den Leitungen durch Frischwasser ersetzt.
Warmwassersystem prüfen: Stellen Sie sicher, dass die Warmwassertemperatur im Wassererwärmer konstant bei mindestens 60 °C liegt. Dies verhindert das Wachstum von Legionellen.
Während des Urlaubs:
Durchspülen durch Nachbarn ist nicht zwingend erforderlich, aber bei sehr empfindlichen Personen im Haushalt (z. B. immungeschwächte Menschen oder Senioren) kann ein wöchentliches kurzes Spülen aller Entnahmestellen sinnvoll sein.
Alternativ: Sofern sinnvoll und relevant können automatische Spülarmaturen das Risiko mindern. Diese sind im Einfamilienhaus aber selten installiert. Solche Lösungen wären überlegenswert, wenn gesicherte längere Leerstände der Immobilie zu erwarten sind, um einen bestimmungsgemässen Betrieb zu simulieren. Alternativ wäre manuelles Spülen durch Dritte zu erwägen.
Nach dem Urlaub:
Vor der ersten Nutzung sollten alle Entnahmestellen gut durchspült werden: Lassen Sie nach Ihrer Rückkehr alle Wasserhähne und Duschen für 2 – 3 Minuten laufen. Sorgen Sie für gute Durchlüftung der Räume und halten Sie sich während des Spülvorgangs nicht in unmittelbarer Nähe der Entnahmestellen auf.
Zusätzliche Tipps:
- Wer ganz sicher gehen will, kann nach längerer Stillstandsphasen eine Wasserprobe auf Legionellen durch ein akkreditiertes Labor untersuchen lassen. Doch derartige Proben kosten i.d.R. zwischen CHF 100.00 und 140.00. Bei kurzen Abwesenheiten und guter Instandhaltung / Wartung der Anlagen ist dies meist nicht notwendig.
- Treten generell Legionellen-Probleme bei einer Hausinstallation auf, sollte für die Ursachenermittlung ein spezialisierter Fachbetrieb hinzugezogen werden.