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Legionellenrisiko in der Klima- und Kältetechnik - Wartung und Kontrolle ganz zentral für die Prävention

Ein Ausbruch der Legionärskrankheit in einer Schweizer Grossstadt hat das Thema wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.  Anfang August 2026 kam es in Basel zu einem Legionellenausbruch mit 26 bestätigten Erkrankungen, wobei 25 Personen hospitalisiert wurden und eine Person verstarb.

Als wahrscheinlichste Infektionsquelle identifizierten die Behörden zwei nassbetriebene Rückkühlwerke (umgs. «nasse Kühltürme») auf einem Verwaltungsgebäude, die mit Legionellen belastete Wassertröpfchen in die Umgebungsluft abgegeben hätten und daraufhin ausser Betrieb genommen wurden.

Für das angestrebte Energie-Ziel vom Bund «Netto-null bis 2050» stellt eine effiziente Rückkühlung einen wesentlichen Faktor für den energieeffizienten Betrieb von Klima- und Kälteanlagen dar und gewinnt angesichts steigender Anforderungen an die Gesamtsystemeffizienz zunehmend an Bedeutung. Nasse Rückkühlwerke auch Verdunstungskühlanlagen (VKA) genannt, nutzen die Verdampfungsenthalpie des Wassers und ermöglichen dadurch, abhängig von den jeweiligen Umgebungs- und Betriebsbedingungen, eine energetisch vorteilhafte Wärmeabfuhr an die Umgebung. Dem energetischen Potenzial stehen jedoch erhöhte Anforderungen an den hygienisch sicheren Anlagenbetrieb gegenüber.

Legionellen sind Mikroorganismen und kommen natürlicherweise in Gewässer vor und können daher auch in technischen Anlagen nachgewiesen werden. Eine Infektion mit Legionellen kann zu einer Legionellose und, abhängig vom Gesundheitszustand der betroffenen Person, zu unterschiedlich ausgeprägten Komplikationen führen. Der Konsum von legionellenhaltigem Trinkwasser gilt hingegen als unbedenklich.

Entscheidend für die Vermehrung von Legionellen sind die Temperatur des Wassers und seine Verweildauer im Leitungssystem. Der kritische Temperaturbereich liegt zwischen etwa 25 und 45 °C, wobei optimale Wachstumsbedingungen bei ungefähr 35 bis 40 °C bestehen. Temperaturen ausserhalb dieses Bereichs hemmen die Vermehrung zunehmend; bei ausreichend hohen Temperaturen werden Legionellen abgetötet. Ein Faktor, der die Vermehrung ebenfalls begünstigt, ist die Verwendung von Werkstoffen, die Nährstoffe ins Wasser abgeben und zur verstärkten Biofilmbildung führen, wie z. B. Elastomere oder Silikon.

In VKA liegt die Wassertemperatur häufig zwischen 20 und 30 °C, abhängig der Betriebsbedingungen und der Wetterverhältnisse. Ein hygienegerechter Betrieb mit sachgerechter Wasseraufbereitung,  regelmassigen Kontrollen sowie einer fachmännischen Wartung sind daher entscheidend, um Legionellenausbrüche zu verhindern.

Im normativen Kontakt stellt die SIA 384/4 die aktuelle Schweizer Grundlage im Bereich Planung, Bau und Betrieb von  energieeffizienten und umweltfreundlichen Klimakälteanlagen. Dabei wird die Effizienz des gesamten Kältesystems betrachtet – vom klimatisierten Raum über die Kältemaschine bis zur Wärmenutzung und Rückkühlung. Durch hohe Kaltwassertemperaturen, intelligente Regelung  und eben eine effiziente Rückkühlung soll der Gesamtenergieverbrauch möglichst gering gehalten werden.

Im Gesundheitskontext ist Mitte 2026 die SWKI-Richtlinie RE200-02:2026 «Rückkühlung – Teil 2: Sicherstellung des hygienegerechten Betriebs von Verdunstungskühlanlagen» erschienen. Nun steht Verantwortlichen und Fachleuten  eine umfassende und praxisnahe Grundlage für den hygienisch sicheren Betrieb von VKA zur Verfügung.

Die Hochschule Luzern, Mitautorin der Richtlinie bietet eine 1-tägige-Weiterbildung für eine erste Einordnung der Vorschriften. Der Fachkurs der Hochschule Luzern «Hygienischer und effizienter Betrieb von Verdunstungskühlanlagen» zeigt praxisnah, worauf beim Betrieb, der Überwachung und Kontrolle solcher Anlagen zu achten ist – von rechtlichen Grundlagen bis zur Wasserbeprobung. Ideal für Facility Manager, Planende, technische Dienste, Behörden und Hygieneinstitute.

Datum: 3. September 2026

Ort: 6048 Horw

Vertiefungslinks: www.hslu.ch/vka-kurs